Über uns
Ich liebe es, aber ich weiß nicht warum... Als Büchsenmachermeister mit Sitz in Dudenhofen "Pfalz" war ich als "Inspector Quality Control Armament" sowie "Chief Small Arms Repair Branch" 17 Jahre auch im militärischen Bereich bei den deutschen Stützpunkten der U.S. Army tätig. Seit dem Beginn meiner Leidenschaft für Schußwaffen aller Art stand vor allem die berühmte Pistole "08" (Luger), vor allem in der langen Marine-Ausführung oder als Jagdkarabiner, im Mittelpunkt meines Interesses. So verwundert es nicht, dass ich mich in meiner knappen Freizeit immer wieder mit diesem Klassiker der Waffengeschichte in Theorie und Praxis beschäftigte, so dass im Laufe der Jahre eine stattliche Sammlung modifizirter Parabellum 08 Pistolen zustande gekommen ist, von denen ich hier auf den Internet-Seiten einige präsentieren möchten, auch wenn manch ein eingefleischter "08" Sammler diese Umbauten des Originals als Sakrileg ansehen könnte. In einem Zeitraum von 7 Jahren wurde von mir ein "Baukastensystem" für 08-Pistolen entwickelt, so dass mit Läufen, Vorderschäften, Hinterschäften, Montagen für Zielfernrohre und Leuchtpunktvisiere sowie Mündungsbremsen und Rückstoßbeschleuniger sechzehn verschiedene 08-Versionen erstellt werden können. Bei einem Nachbau des seltenen und sündhaft teuren 08- Jagdkarabiners bemerkte ich, dass bei einer Lauflänge von 330 mm die Laufmasse eine entscheidende Rolle bei der Funktionszuverlässigkeit spielt. Denn die Laborierung und Leistungsmöglichkeit der 9 mm Para Patrone ist begrenzt, um größere Laufmassen noch sicher bis zum Entriegeln bewegen zu können. So entwickelte ich eine umgekehrt wirkende Mündungsbremse - nun als Rücklaufbeschleuniger, die den Rücklaufimpuls verstärkt, und somit auch größere Laufmassen sicher bei einwandfreier Funktion entriegelt. Selbstverständlich werden von mir sämtliche Waffen - Systeme repariert - umgebaut, so vor allem auch alle .45 er, 9 Para usw. Ihr Herbert Werle
© Waffen Werle 2016
Nun, in ihrem Aussehen ist sie seltsam, aber dafür leicht wiederzuerkennen - die Parabellum Pistole. Bereits als heranwachsendes Kind habe ich auch die Wörter Parabellum, Pistole, Luger und vor allem die Benennung "08" vernommen und als wichtige Symbole eingestuft. Später als Büchsenmacher-Lehrling war sie meine "Rettung" aus dem manchmal doch monotonen, stumpfsinnigen Feilen an Flächen verschiedener Werkstücke, Visiere, Zielfernrohmontage- Teilen und vor allem, dem obligatorischen Würfel. Gerade dieser Würfel ließ mich an meiner Berufswahl zweifeln, dieses simple Stück-Eisen, es wurde den Anforderungen eines Würfels nie gerecht und er wurde bei der endlosen Bearbeitung kleiner und kleiner. Da lag sie nun auf "meiner" Werkbank die "08" zwar stark verrostet - doch voller Eifer wurde sie von mir in den nächsten Wochen restauriert... Sollten bis hier auch jene Gralshüter der Parabellum-Pistole gefolgt sein, möchte ich auch sie nicht vergessen! Neben dem Erwerb des Meistertitels im Büchsenmacher-Handwerk erwarb ich sehr gute Kenntnisse auch im militärischen Bereich als "Inspector Quality Control Armament", "Foreman Small Arms Repair" sowie als "Chief Small Arms Repair" bei den amerikanischen Streitkräften (U.S. Army). Gerade die Reparatur an amerikanischen Waffensystemen ließ mich erkennen, dass das Verschlusssystem von Hiram Maxim, der Kniegelenkverschluss, in seiner abgewandelten Version auch noch in modernen "Light-Machine-Guns" anzutreffen ist. Also wer möchte es bestreiten, dass es in der Technik evolutionäre Vorgänge gibt, ja wenn man sich darauf besinnt, alles Wachstum, alle Veränderung, ja alle Verbesserungen und Neuerungen auf "alten Systemen" aufbauen - dies sogar müssen! Was lag also näher, unter der Berücksichtigung des damaligen Einsatzbereichs, der Parabellum Pistole als nahezu "universelle Waffe" dies mit den Ideen der späteren militärischen Technik zu verbinden. Hätte Herr Luger das gewollt? Ich glaube wenn er sich auf sein eigenes "Tun" besinnt - mit Sicherheit - ja. Aus unserer Sicht ist dies leichter zu beantworten! Hat er nicht die unhandliche Borchardt Pistole, handlicher und auf seine Weise praxistauglicher für die militärischen Zwecke gestaltet? Es war für Ihn kein Sakrileg die Borchardt Pistole abzuändern, er hätte letztendlich ebenso praxistauglichen, verwertbaren Ideen zugestimmt Nun, der Kniegelenkverschluss ist veraltet, die Pistole ist Geschichte. Ist es nicht gerade deshalb wichtig sich mit Geschichte zu befassen und sie manchmal in dieser Form aufleben zu lassen? John Martz USA, Herr Nedbal (Wien), Hakan Spur, Fa. Böddecker & Wagner, KTS und viele mehr ließen sich hier einreihen. Wo kann man sich derart nah mit Geschichte. einem wirklichen Teil, - einem Stück Geschichte befassen. Die zusammengestückelten "VOPO 08" bieten uns sogar die Möglichkeit selbst an diesen Stücken unbesorgt, direkt am "Original" kreativ zu werden. Oder klingt es überheblich - sich vielleicht sogar zu messen. Bei der "Baby Luger" scheint mir dies unbewusst gelungen zu sein. Georg Luger baute seine eigene, persönliche Pistole mit einer Magazinkapazität von 7 Schuss. Hierzu änderte er eine Pistole mit Griffsicherung ab. Änderungen auf 6 Schuss sind aber nur möglich bei Griffstücken mit Kupplungsleiste.... Bei all dem gelangt man auch zu einer gewissen Hochachtung, denn bei der maschinellen, damaligen Ausstattung muss man gestehen die "Alten hatten mehr drauf"! Den Einen geht es zu weit , den Anderen nicht weit genug, Geschichte zu (be)wahren ist besser als sie zu beleben?
This Page in English! This Page in English!
Geschichtsbewußtsein! ...ein Name, der auch tiefe Spuren in der norddeutschen Geschichte hinterlassen hat.
Rev38     06/2017